Johannes Seidlitz bei Formel Renault UK Winterseries
Nach seinem Wechsel zur Formel Renault war der Wassertrüdinger Motorsportler Johannes Seidlitz in England bei der Winterseries am Start. Er musste sich unter 32 hochkarätigen Fahrern durchsetzen, was ihm in Donington und Croft trotz einiger Zwischenfälle sehr gut gelang.
“Die Autos sind sehr nah an den Formel-3-Boliden dran, sie haben deutlich mehr Leistung und Aerodynamik als ein BMW, darum bin ich zur Formel Renault England gewechselt”, begründet Johannes seinen Schritt. Der 17-Jährige sieht noch mehr Vorteile: “England ist eine Motorsportnation, dadurch gibt es viel Konkurrenz. An den Rennwochenenden hat man deutlich mehr Fahrtzeit als in Deutschland und man darf während der Saison zwischen den Rennen soviel trainieren, wie man möchte. So hat man größere Chancen, das Auto besser kennen zu lernen.” Dazu kommt, dass zahlreiche Formel-1-Piloten genau hier angefangen haben und auch die Ingenieure auf entsprechende Erfahrung zurückblicken können.
Mit der Winterseries zeigte sich Johannes im Großen und Ganzen zufrieden. Die Strecke von Donington kannte er vorher noch nicht, hatte darum im ersten freien Training noch nicht besonders viel erwartet. “Ich hatte die Strecke in meinem Computerspiel und bei einer Fahrt mit einem Straßenauto kennen lernen können.” Doch schon im zweiten Training kam auf 0,9 Sekunden an die Spitze heran und landete damit auf dem 15. Platz. Der Sprung in die Top Ten beim Qualifying wurde durch jede Menge Verkehr auf der Strecke vermasselt. Hatte Johannes in den Anfangsminuten noch auf Position fünf gelegen, wurde er im Laufe des Zeittrainings auf Platz 19 durchgereicht. Im ersten Rennen bekam er dann schon in der ersten Runde einen Stoß von der Seite, wodurch sich der vordere linke Querlenker verbog. “Ich konnte also den zuvor bereits gezeigten Speed nicht halten, kämpfte mich trotzdem bis auf Platz 13 vor.” Das war fünf Runden vor Schluss. Doch ein sich drehender Konkurrent beförderte Johannes in den Kies. Mit etwas Glück konnte er seine Fahrt fortsetzen und sah die Zielflagge schließlich auf Platz 16. “Im zweiten Rennen lief dann alles reibungslos und ich konnte auf dem 14. Platz ins Ziel kommen.”
Etwas besser verlief das zweite Wochenende in Croft. Auf dieser Strecke hatte Johannes bereits zwei Testtage absolviert und kam von Beginn an gut zurecht. Allerdings war das Team in den freien Trainings mit dem Auto noch nicht zufrieden. Das erste beendete der 17-Jährige auf Platz 14, verbesserte sich dann auf zehn. Im dritten Durchgang lag er schon auf Platz sechs, als er in einer schnellen Kurve von der Fahrbahn abkam und sich das Auto demolierte. Trotz des Ausfalls wurde er am Ende noch auf Position 15 geführt. Doch die entscheidenden Runden kamen ja erst noch. Pünktlich zum Qualifying hatte Regen eingesetzt, Johannes erkämpfte sich auf nasser Fahrbahn die Startpositionen elf und sieben. Noch vor dem Start zum ersten Rennen begann der Reifenpoker. Zunächst gingen alle Piloten auf Regenreifen an den Start. “Wir haben uns dann allerdings noch im Vorstart entschlossen, doch Slicks aufzuziehen und waren mit dieser Entscheidung nicht die einzigen.” In den ersten Runden war es auf noch nicht abgetrockneter Fahrbahn unmöglich, mit den Regenreifen mitzuhalten. Doch dann kam die Zeit der Slick-Fahrer und Johannes verbesserte sich bis auf Platz sieben. Unter trockenen Verhältnissen wurde das zweite Rennen gestartet, in dem sich der Wassertrüdinger schnell auf Position fünf verbessern konnte. “In der sechsten Runde wurde ich dann aber von einem Konkurrenten touchiert, was mir einen schleichenden Plattfuß eingebracht hat.” Johannes konnte noch drei Runden weiterfahren, ehe sein Reifen den Geist aufgab und er in die Box fahren musste.
“Ich habe einiges gelernt und gesehen, dass ich mit den guten Fahrern mithalten kann, wenn ich mich weiter verbessere. Das werde ich in den Wintermonaten tun, weiterhin an meiner Fitness und meinem technischen Verständnis arbeiten. Natürlich werde ich auch noch einige Testtage absolvieren, um für das nächste Jahr bestens gerüstet zu sein.”












